Lemland-Granit
Das Geschiebe des Jahres 2026 ist der Lemland-Granit
Der Lemland-Granit liegt im Süden der Ålandinseln, westlich der Insel Lemland. Dort steht das Gestein überwiegend unter Wasser an, ist aber auf kleinen Inseln zugänglich. Das Granitmassiv misst etwa 13 x 9 km, einschließlich eingeschlossener Nebengesteine. Die Schraffur in der Karte deutet die Größe und Lage des Plutons an.
(OpenStreetMap, CC-BY-SA, kristallin.de)
Große Teile des Granits sind grob porphyrisch und enthalten hellbraune Alkalifeldspäte von meist 1-3 cm Größe. Sie sind umgeben von braunrotem Plagioklas und grauem Quarz.
Die dunkelbraunen Plagioklase neben den hellen, länglich-rechteckigen Alkalifeldspäten sind typisch für diesen Granit. Wenn auch die Form der Quarze beachtet wird, ist der porphyrische Lemland-Granit ein leicht zu bestimmendes und verlässliches Leitgeschiebe für das südliche Åland.
In einem Teil der Lemland-Granite liegen die Feldspäte ungefähr parallel, was als Fließbewegung der Schmelze interpretiert wird:
(Probe von Helene von der Heide)
Viele der länglich-rechteckigen Alkalifeldspäte sehen wegen der perthitischen Entmischung fleckig aus und sind gleichzeitig längs geteilte Karlsbader Zwillinge. Das zeigt die folgende Animation. (Um sie erneut zu starten, F5 drücken oder das Bild anklicken.)
Da es auch andere Granite mit braunem Plagioklas gibt, muss die Form der Quarze beachtet werden. Im Lemland-Granit ist Quarz immer Zwickelmineral, steckt also ohne spezielle Form zwischen den Feldspäten.
Andere Granite mit braunem Plagioklas sind zum Beispiel der Kökarsfjärden-Rapakiwi, der Perniö-Granit sowie zum Teil Götemaren-, Blå Jungfrun- und Drammen-Granit. Im Unterschied zum Lemland-Granit enthalten sie Quarze in Form rundlicher oder kantiger Körner, Perniö-Granit ausgenommen.
Die dunklen Minerale im Lemland-Granit sind Biotit und Chlorit, die weniger als 10 % des Volumens ausmachen.
Geschiebe erkennen
Ein als Lemland-Granit bestimmter Fund muss folgende Eigenschaften besitzen:
- Viele hellbraune oder blass rötliche Alkalifeldspäte von 1-3 cm Länge, die meist länglich-rechteckig sind. Vereinzelt kommen auch fast runde Kristalle vor.
- Der Alkalifeldspat ist oft perthitisch entmischt und sieht dann fleckig aus. Viele der länglichen Feldspäte sind Karlsbader Zwillinge.
- Der zweite Feldspat ist braunroter oder brauner Plagioklas, dessen Kristalle dunkler und kleiner sind als die Alkalifeldspäte. Die für Plagioklas typischen Zwillinge sind nur selten erkennbar.
- Im Gelände erkennt man den Alkalifeldspat an seinen perthitischen Entmischungen und an den Karlsbader Zwillingen. Plagioklas ergibt sich dann als zweiter Feldspat.
- Quarz ist immer Zwickelmineral und sitzt in den Lücken zwischen den Feldspäten.
- Dunkle Minerale machen nur einen sehr kleinen Teil des Gesteins aus.
Ein großer Lemland-Granit-Findling liegt im Nautineum auf der Insel Dänholm im Strelasund.
Es gibt einen Gneis, der wie ein deformierter Lemland-Granit aussieht. Er ist jedoch ein älteres, eigenständiges Gestein aus dem svekofennischen Grundgebirge.
Der gerundete Stein wurde von Xander de Jong von der Insel Båkenskär (Åland) mitgebracht, wo dieser Gneis ansteht. [...]
Die vollständige Beschreibung finden Sie auf kristallin.deMatthias Bräunlich, Dezember 2025

